Sport machen reicht nicht

Sieht man sich heutige Empfehlungen zur Kalorienaufnahme an, wird in der Regel immer auch die körperliche Bewegung berücksichtigt. Menschen, die körperlich arbeiten und sich viel bewegen, dürfen mehr essen als jene, die sich höchstens einmal am Tag von ihrem Schreibtisch erheben. Doch es gibt eine sehr interessante Studie zu dem Thema mit einem überraschenden Ergebnis: Mehr Bewegung führt nicht immer auch zu einem höheren Kalorienbedarf (die Süddeutsche Zeitung berichtete). Also scheint sich der menschliche Körper tatsächlich an höhere Belastungen anzupassen und verbraucht dann einfach proportional weniger. Gleiches geschieht bei einer dauerhaften Kalorienreduktion. Wer seine Ernährung umstellt, nimmt anfangs häufig noch sehr gut ab, je länger die Diät jedoch durchgehalten wird, desto schwieriger wird es auch, Gewicht zu verlieren. Der Körper schaltet einfach auf Sparflamme. Allerdings ist das keine Entschuldigung, auf Sport zu verzichten. Denn Sport ist gesund, kurbelt den Kreislauf an und wirkt sich positiv auf Muskeln und Gelenke aus.

Wie kann man trotzdem Gewicht verlieren?

Wenn die Gewichtsabnahme ins Stocken gerät, könnte man auf den Gedanken kommen, dass Sport und gesunde Ernährung nicht den gewünschten Effekt haben. Doch so ganz stimmt das nicht. Denn es ist nicht so, dass man am Ende gar nicht mehr abnimmt, es wird nur schwieriger. Ein extremes Beispiel sind Menschen, die eine Adipositas-Operation hinter sich gebracht haben. Hier gibt es verschiedene Operationsmethoden und -techniken, die im Prinzip alle das gleiche Ziel haben: Der Patient nimmt anschließend weniger Nahrung auf. Nach einer solchen Operation ist der Erfolg bei der Gewichtsabnahme also maßgeblich davon abhängig, wie viel Nahrung der Körper noch zu sich nehmen kann. Doch sogar hier stoppt irgendwann die Abnahme. Das muss sie ja auch, niemand möchte sich schließlich zu Tode hungern. Zum einen dehnt sich auch der Restmagen wieder ein wenig aus, sodass nach einiger Zeit auch wieder etwas größere Portionen gegessen werden können, zum anderen passt sich aber auch hier der Körper der geringeren Nahrungszufuhr an. Dennoch bleibt die Gesamtnahrungsmenge meist eher klein, sodass häufig lebenslang Vitamine und Mineralstoffe zusätzlich zugeführt werden müssen. Das gleiche Ergebnis wäre somit auch ohne eine Operation erreichbar, bedeutet aber auch, lebenslang Miniportionen zu sich zu nehmen. Da der Sättigungseffekt mit einem großen Magen jedoch ausbleiben würde, wäre das wohl eher eine Foltermethode als eine sinnvolle Möglichkeit, Gewicht zu verlieren.

Doch welche Diät ist denn jetzt die beste?

Unterschiedliche Ernährungsweisen führen zu vollkommen verschiedenen Ergebnissen, obwohl die gleiche Kalorienanzahl aufgenommen wurde. Demnach ist es also nicht nur wichtig, wie viel, sondern auch, was wir essen. Die DGE bringt in unregelmäßigen Abständen neue Empfehlungen für eine gesunde Ernährung heraus. Damit wird versucht, immer den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu entsprechen. Doch diese Empfehlungen stehen tatsächlich nur für eine gesunde Ernährung. Möchte man 10, 20, 50 oder sogar mehr Kilos abnehmen, reicht eine gesunde Lebensweise nicht aus. Ohne eine Einschränkung der Kalorienaufnahme kann keine Diät funktionieren. Doch wie diese Reduzierung letztendlich realisiert wird, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für manche ist es einfach, eine ganze Mahlzeit auszulassen, andere können eher auf bestimmte Lebensmittel wie Zucker verzichten, wieder andere schränken lieber den Fettkonsum ein. Es gibt auch Personen, die grundsätzlich mit keiner Diät ein Problem haben, aber besser durchhalten, wenn sie mit Gleichgesinnten zusammenarbeiten können. Hier kommen diverse Coachingprogramme infrage. Viele Methoden kann sich der Interessierte einfach im Internet anlesen, für andere benötigt man Bücher, Tabellen oder Ähnliches. Hier gibt es eine riesige Auswahl und leider kann man nichts grundsätzlich ausschließen. Wichtig ist vor allem: Information! Denn nur wenn eine Methode tatsächlich sinnvoll erklärt wird und auch bei näherer Betrachtung logisch erscheint, ist es sinnvoll, sie auszuprobieren. Und ein zweiter, fast genauso wichtiger Punkt: dranbleiben! Auch wenn man feststellt, dass eine Methode nicht die richtige für einen ist, sollte man nie die Flinte ins Korn werfen. Denn egal, ob gesunde Ernährung oder radikale Diät: Wer von heute auf morgen aufhört, wird auf den Jo-Jo-Effekt nicht lange warten müssen. Ein bedachter Wechsel in eine andere Methode schützt vor einer schnellen, unerwünschten Zunahme.

Weiterführende Informationen zu unterschiedlichen Diäten finden Sie in diesem Artikel.